• Silke-Balsam-Wefer

Corona: Ein Jahr leben mit der Pandemie, was bedeutet das für uns?

Als ich meinen letzten Blog über das Thema Corona geschrieben habe, hätte ich beim besten Willen nicht daran gedacht, dass uns die Lockdown-Maßnahmen immer noch begleiten.

Eines hat uns Corona damit allen gezeigt. Nichts ist sicher, vieles unvorhersehbar und einiges einfach nicht zu fassen.


Der Ausnahmezustand in Folge der Pandemie ist fast schon zur Normalität geworden:

- Eingeschränkte Sozialkontakte

- Besuchsverbote in Altersheimen und in Krankenhäusern

- Abstand halten

- Maske tragen

- Usw.


Menschen, die sich in einem seelischen Tief (Depressionen, Ängste, Trauer) befinden, trifft es jedoch besonders hart.


Geringere Bewegung, längere Bettzeiten, eine unregelmäßige Tagesstruktur und vermehrtes Grübeln sind Folgen der Maßnahmen gegen Corona, die das seelische Befinden verstärkt negativ beeinflussen.


Einschränkungen und damit verbundene Ängste, also alles Negative, wird wie unter einem Vergrößerungsglas wahrgenommen und zum Mittelpunkt eines jeden Gedanken. Das Gedankenkarussell steht einfach nicht mehr still. Ein Teufelskreis, aus dem es gilt auszubrechen.


Doch wie ist das möglich? Was können wir konkret tun, um uns Linderung zu verschaffen. Es gilt einiges zu beachten und umzusetzen.

Dafür müssen Sie sich noch nicht einmal in einem seelischen Tief befinden. Es sind Tipps und Informationen, die uns allen weiterhelfen können, ob wir selbst oder unsere Angehörigen betroffen sind, oder ob wir einfach nur etwas Gutes für uns tun wollen. Das ist dabei nicht von entscheidender Bedeutung:


1. Jeder einzelne Gedanke lässt im Kopf gewachsene, neuronale Verbindungen entstehen, genau in der Minute, in dem dieser gedacht wird. Je stärker die damit verbundene Emotion ist, um so leistungsfähiger werden die neuronalen Vernetzungen im Kopf.


Sorgenvolles Denken und starke, negative Emotionen verändern nachweislich die Strukturen unseres Gehirns. Es entstehen automatische Denkmuster, die sich über synaptische (die biologische Speicherung im Gehirn) Verbindungen im Kopf verankern.


Wer also lang genug negativ und sorgenvoll denkt, der baut in seinem Gehirn zwangsläufig eine Datenautobahn der Angst und des Schreckens.


Gerade in Zeiten von Corona gibt es hierfür zahlreiche und durchaus nachvollziehbare Gründe: Bekomme ich unter der Maske genug Luft? Was ist, wenn ich nicht weiß, dass ich Corona habe und Jemanden anstecke? Werde ich meinen Arbeitsplatz behalten?


Leider helfen uns diese Sorgen nicht, Lösungen zu finden, die uns dabei helfen, möglichst unbeschadet aus dieser herausfordernden Zeit hervor zu gehen.

Stoppen Sie die negativen Gedanken, sobald Sie diese bemerken. Beschäftigen Sie sich verstärkt mit positiven Themen und Gedanken.


Beobachten Sie Ihren Medienkonsum. Nicht jede Sendung, jede Nachricht, die sich mit Corona beschäftigt, muss angeschaut werden. Reduzieren Sie diese negative Nachrichtenflut ganz bewusst auf ein erforderliches Maß.


Beschäftigen Sie sich mit Ihren Gedanken. Wenden Sie die Methode von Byron Katie an: The Work, 4 Fragen, die Ihr Leben verändern können.


Hilfreich kann auch der Gedanke sein, dass Veränderung nicht nur möglich, sondern unvermeidlich ist. Die Unsicherheit, die wir in Corona-Zeiten verstärkt wahrnehmen, kann auch eine Quelle der Hoffnung sein. Denn sie bedeutet auch, dass sich Dinge verändern und nichts so bleiben wird, wie es gerade ist, genauso wie unser Gehirn.


2. Strukturen helfen: Strukturieren Sie Ihren Tag, besser gleich Ihre ganze Woche.

Fertigen Sie einen Wochenplan an. Dabei dürfen sich Pflichten selbstverständlich mit Dingen, die Ihnen Spaß und Freude machen, abwechseln. Aufstehen, Arbeits- und Lernzeiten, Mahlzeiten, Aufgaben im Haushalt, lesen, tanzen, Sport, Entspannungsübungen.


Wenn Sie gar nicht mehr so richtig wissen, was Ihnen Spaß machen könnte, erinnern Sie sich an die Zeit, als es Ihnen noch so richtig gut ging. Was haben Sie „damals“ voller Begeisterung gemacht? Was hat Ihnen Freude bereitet? Was haben Sie davon schon lang nicht mehr erlebt? Was haben Sie gern gerochen, gegessen, gehört und sich angesehen? Lassen Sie sich Zeit hinein zu spüren und Ihre Sinnesorgane daran teilhaben.


3. Werden Sie aktiv: Werden Sie nicht zum Couch-Potato. Das macht unglücklich, träge und dick. Überwinden Sie Ihren inneren Schweinehund, der keinerlei Veränderungen möchte und treiben Sie Sport. Beginnen Sie mit kleinen Schritten, überfordern Sie sich nicht. Jede Form der Bewegung, vor allem an der frischen Luft, ist gut für unsere Psyche. Sie lässt uns wieder klarer denken. Sport ist auch in diesen Zeiten noch möglich und zwar in vielfältiger Art und Weise, die uns zum Teil sogar kostenlos zur Verfügung stehen.


4. Ausreichender Schlaf: Achten Sie auch hier auf Regelmäßigkeiten. Gerade depressive Menschen möchten am liebsten morgens lieber liegen bleiben, weil sie sich zu erschöpft und kraftlos fühlen, um in den Tag starten zu können. Dieses würde allerdings genau verstärkend auf das Erschöpfungsgefühl und die Depression wirken. Überwinden Sie dieses Morgentief. Sie können sicher sein, dass es im Laufe des Tages besser werden wird.


5. Soziale Kontakte: Sie befinden sich im Home-Office? Dann wird es höchste Zeit rauszugehen! Auch wenn Sie nur die Besuche machen, die noch möglich und erlaubt sind. Lassen Sie sich die Freude daran nicht nehmen. Achten Sie dabei auch und gerade auf die Kleinigkeiten. Vor Corona war der wöchentliche Einkauf im Supermarkt oder in der Drogerie eher eine lästige Pflicht. Heute nehme ich diese Aufgabe ganz bewusst wahr. Ich suche mir den Supermarkt und die Drogerie aus, in denen ich mich wohl fühle, die etwas Besonderes zu bieten haben, sei es frische Blumen oder Deko. Ich nehme mir etwas mehr Zeit als früher und entdecke auf diese Weise so manche Neuigkeit für zu Hause.


Auch ein Schaufensterbummel, der jetzt seinem Namen alle Ehre macht, kann uns auf andere Gedanken bringen.


6. Schließen Sie Ihren Tag mit etwas Positivem ab: Führen Sie ein 3 Punkte-Tagebuch, von dem ich im letzten Blog berichtet habe. Meditieren Sie, machen Sie eine Entspannungsübung, oder nehmen Sie wieder einmal ein Buch in die Hand.

Wenn Ihnen so rein gar nichts Positives einfallen sollte: Machen Sie sich bewusst, dass wieder ein Tag im Leben mit der Pandemie vergangen ist und Sie damit einen weiteren Schritt in Richtung Ende derselben gegangen sind.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und hilfreiche Erkenntnisse bei der Umsetzung dieser Techniken.


Sollten Sie sich darüber hinaus professionelle Unterstützung wünschen, vereinbaren Sie gern einen Termin bei mir.

Ihre Silke Balsam-Wefer

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